Iraner in der Schweiz

Wer sie sind, woher sie kommen und warum sie jetzt bei uns sind:

Etwa 5’000 von den 5 Millionen Exil Iranern leben heute in der Schweiz. Sie hoffen, dass ihr Heimatland sich für eine freiheitlichere Regierungsform entscheidet damit sie wieder dorthin zurückkehren können. Die Abwanderung der Gebildeten bedeutet einen jährlichen Verlust von 50 Milliarden Dollar für den Iran.

Der heutige Iran ist ein Vielvölkerstaat mit vielen sprachlichen und ethnischen Gruppen: neben den Persern und 15 anderen iranischen und kurdischen Sprachgruppen, sind vor allem Turkvölker vertreten, aber auch Armenier, arabischsprachige Iraker, Belutschen und Pakistani.

Am 12. Februar 2019 wird der vierzigste Jahrestag der iranischen Revolution begangen.

Marxisten, Demokraten und Islamisten kämpfen seit 1963 gegen den Schah: Reza Pahlevi unterdrückt Regimekritiker gewaltsam und scheitert bei dem Versuch gleichzeitig eine moderne Gesellschaft aufzubauen.

Am 1. April 1979 wird die Monarchie abgeschafft und durch die islamische Republik ersetzt.

Die Revolution bringt Ayatollah Khomeini an die Macht und schickt Millionen Iraner auf die Flucht vor dem neuen System. Die Unterdrückung durch die Revolution erweist sich als schlimmer als der Schah.

Nachdem in den grossen Städten vor 10 Jahren die Proteste gewaltsam niedergeschlagen worden sind, halten sich viele Iraner zurück- aber in neuester Zeit bringt eine gemischte Vielfalt von Menschen im ländlichen Raum ihren Unmut über die Regierung zum Ausdruck.


Zwanzig Prozent = 15 Millionen Menschen

Heute sind 20% der Iraner unter 15 Jahren, die zweite Generation, die nie anders gelebt hat als in einem vom Islam beherrschten Staat.

20% der Iraner sind geschieden, was bei den Abhängigkeitsverhältnissen in der traditionellen Gesellschaft besonders für Frauen ein schwieriger Umstand ist.

Die Regierung legt den Schwerpunkt auf Handel statt auf Produktion. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 20% liegt, Tendenz steigend. Die ideologische Verbissenheit von innen und die Sanktionen von aussen dienen nicht dem Wohl der Bevölkerung. Die Inflation schwankt bei 35%.

Nur 20% beträgt der Anteil der Privatwirtschaft am Umsatz. Korruption ist ein weiteres Hindernis für ein solides Wirtschaftswachstum. Obschon der Iran über 10% der weltweiten Erdölreserven verfügt und die Nummer zwei beim Erdgas ist, hat die Bevölkerung nichts von diesen Vorkommen.

20% der Bevölkerung leiden an Depressionen, besonders Jugendliche und unter ihnen besonders die jungen Mädchen. Teheranische Ärzte sprechen von 60% depressiven Menschen in der Hauptstadt!

Für die 50'000 Moscheen sind 200’000 Mullahs, schiitische Geistliche, zuständig. 500’000 Soldaten verteidigen den Staat, der im Notfall weitere 20(!)Millionen Reservisten einberuft.

Der Alkohol- und Drogenkonsum wird in öffentlichen Verlautbarungen totgeschwiegen: 4 Millionen Alkoholiker lassen sich aber auf die Dauer eben so wenig verstecken wie die 3 Millionen Drogenabhängigen.

3 Millionen schiitische Afghanen leben im Iran als Menschen zweiter Klasse. Nur eine Million sind legal als Flüchtlinge oder Gastarbeiter eingereist.


Gemeindewachstum trotz Abwanderung der Christen

Die Zahl der ethnischen Christen im Iran ist abnehmend. Sie gehören zu den 250.000 Personen starken Minderheiten der Armenier und Syrer, etwa 600 Kirchen im Land. 

Die Zahl der Christen aus islamischem Hintergrund ist zunehmend. Zurzeit sind sie etwa ebenfalls 250.000. Viele sitzen in Gefängnissen und berüchtigten psychiatrischen Anstalten, andere organisieren sich in Untergrundkirchen, manche fliehen ins Ausland.

Am 20. und 21. März feiern Kurden und Perser jeder Religion jeweils das persische Frühlings- und Neujahrsfest «Nauruus» Das ist eine gute Gelegenheit sie zu besuchen, mit ihnen zu feiern und sich von ihrer Kultur erzählen zu lassen, die älter ist als der Islam.

 

Bildquelle: Wikipedia Commons

 

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